Frederik Weber, Fechten

Tag für Tag trainiere ich hart, um meinem Traum -  die Teilnahme an den Olympischen Spielen - eines Tages verwirklichen zu können. Ich werde zwar auf diesem langen, harten Weg an meine Grenzen stossen, doch ich werde nicht aufgeben. Denn eines ist mir wichtig, ich will mir nie vorwerfen müssen, ich hätte nicht alles versucht. Ganz nach dem Motto: 

 

"Don't quit. Suffer now and live the rest of your life as a champion" -  Muhammad Ali

 


Schon als siebenjähriger Knirps wusste Frederik Weber, dass Fechten seine Sportart sein wird. Seither ist die Fechtgesellschaft seine zweite Heimat. Mit einer bis zwei Trainingseinheiten pro Woche startete er seine Karriere. Doch bald merkte das Talent, dass bei ihm mit Spass und intensiverem Trainingsumfang die Erfolge zunahmen. Mittlerweile beläuft sich sein wöchentlicher Trainingsaufwand auf rund 15 bis 20 Stunden. In der restlichen Zeit studiert er Rechtswissenschaften. In Fechterkreisen ist man sich sicher, dass mit Frederik Weber ein ganz grosses Talent heranwächst.

Ein erster grosser Sprung in seiner bisherigen Leistungsentwicklung gelang ihm 2013. Er wurde die Nummer 1 im Schweizer U-17 Ranking und stiess in die Top 20 der U-17-Weltrangliste vor. Dann kam der Wechsel in die Junioren-Kategorie. Er qualifizierte sich in seinem ersten Juniohrenjahr für die Weltmeisterschaften in Usbekistan. Ausserdem erhielt er von den Nationaltrainern das Vertrauen an den Weltcups die Schweiz zu vertreten. Mit diesem Team gelang ihm im März 2015 der Sieg am Weltcup in Udine. Es war der allererste Weltcupsieg eines Schweizer Juniorenteams überhaupt. Die letzten sechs Jahre war er konstantes Mitglied des Nachwuchs-Nationalteams und vertrat die Schweiz wiederholt an Europa- und Weltmeisterschaften. In dieser Zeit holte er sich drei Weltcup-Medaillen und stiess mit seinen Mannschaftskollegen sowohl in der Saison 2014/15 als auch 2016/17 zwischenzeitlich auf den dritten Rang der Junioren-Weltrangliste vor. Er wurde zweimal Team-Weltcupsieger und holte im Einzel Bronze. Mit diesen guten Resultaten wurde er in die Spitzensport-RS aufgenommen. Dort war es ihm möglich, während rund fünf Monaten unter perfekten Bedingungen zu trainieren und erstmals Profiluft zu schnuppern. Als Krönung wurde er Militär- Vizeweltmeister.

Seit Januar 2017 arbeitet er mit Nationaltrainer Didier Ollagnon zusammen. Er hat fechterisch und mental nochmals zugelegt und hat sich einen neuen, dynamischeren und polyvalenten Stil angeeignet. Dieses Jahr bestreitet Weber seine erste Saison in der Senioren-Kategorie. Dort will er nach seiner erfolgreichen Juniorenzeit auch in der älteren Klasse den Anschluss finden. Dazu gehören Qualifikationen zu allen Weltcups, an denen anfangs vor allem das Erreichen des Haupttableaus das Ziel ist. Das harte Training und die Erfahrungen, die er sammeln kann, sollen ihm helfen, sich mit guten Resultaten Schritt für Schritt der Senioren-Spitze zu näheren.

Dieses Jahr hat er ein Pensum von rund 50 Prozent Sport und 50 Prozent Studium. Seine kurzfristige Planung sieht demnach so aus, dass er dreimal wöchentlich morgens vor den Vorlesungen an der Uni trainiert und zudem jeden Abend. Seine Trainer wollen in dieser Saison vor allem Wert auf die fechterische sowie mentale Entwicklung legen und weniger resultatorientert vorgehen. Mit der Verbesserung der Technik und Taktik sowie den motorischen Grundeigenschaften (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination), die er in seiner ersten Saison verbessern will, möchte er dann mittelfristig den Durchbruch bei den Senioren schaffen und die mentale Stabilität erlangen, um an den Grossanlässen um eine Medaille kämpfen zu können. Längerfristig will er sich in die Elite-Nationalmannschaft kämpfen und an Europa- und Weltmeisterschaften teilnehmen. Sein grosses Ziel ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele.